{"id":3127,"date":"2022-08-18T14:49:00","date_gmt":"2022-08-18T12:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/skr-ag.com\/?p=3127"},"modified":"2025-10-14T08:46:22","modified_gmt":"2025-10-14T08:46:22","slug":"personalnotstand-weltweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/2022\/08\/18\/personalnotstand-weltweit\/","title":{"rendered":"Warum fehlt eigentlich \u00fcberall Personal"},"content":{"rendered":"\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und was k\u00f6nnen wir dagegen tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) konstatiert: Zum Ende des zweiten Quartals 2022 waren in Deutschland mehr als 1,9 Millionen Stellen nicht besetzt \u2013 so viele wie noch nie. In fast allen Branchen ist der Personalbedarf gestiegen. Ob in Restaurants, am Flughafen oder im Krankenhaus \u2013 einfach \u00fcberall fehlt Personal. Und dabei geht es nicht nur um fachlich versierte Kr\u00e4fte, sondern auch um Ungelernte, Hilfsarbeiter oder Studierende, die kellnern oder anderswo aushelfen. Das bleibt nicht ohne Folgen, weder f\u00fcr die betroffenen Unternehmen noch f\u00fcr die Volkswirtschaft insgesamt.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wettbewerb um Arbeitskr\u00e4fte versch\u00e4rft sich \u2013 weltweit<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Grund f\u00fcr diese Entwicklung ist lange bekannt: der demografische Wandel. Das Durchschnittsalter der Bev\u00f6lkerung steigt, die Baby-Boomer-Generation scheidet langsam aus dem Arbeitsleben aus w\u00e4hrend junge Menschen nicht mehr in ausreichendem Ma\u00dfe nachkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl der Menschen im Alter ab 67 Jahren stieg in Deutschland zwischen 1990 und 2018 um 54 Prozent \u2013 von 10,4 auf 15,9 Millionen. Bis 2039 wird sie um weitere 5 bis 6 Millionen auf mindestens 21 Millionen wachsen . Alleine in den n\u00e4chsten 15 Jahren werden etwa 20 Millionen Arbeitnehmer das offizielle Renteneintrittsalter erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Entwicklung ist Deutschland nicht allein: Viele andere Staaten k\u00e4mpfen mit demselben Problem. Nur in wenigen L\u00e4ndern wie dem Iran oder einigen Staaten in Afrika wachsen genug junge Menschen auf, um die freien Stellen auf dem nationalen Markt besetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Tropfen, der das Fass zum \u00dcberlaufen bringt<\/h3>\n\n\n\n<p>Corona wirbelt die Wirtschaft seit vielen Monaten durcheinander: Das Gesch\u00e4ft ist in manchen Branchen wie dem Tourismus und der Gastronomie fast komplett zum Erliegen gekommen. In vielen Feldern wurde auf Kurzarbeit umgestellt, in anderen Bereichen, zum Beispiel im Gesundheitswesen, gab es wiederum eher zu viel als zu wenig zu tun. Es gab viele Gr\u00fcnde, warum Mitarbeitende h\u00e4ufiger als sonst den Job quittiert haben oder in andere Branchen abgewandert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Ersch\u00fctterung hat den Arbeitsmarkt schwer getroffen: In Deutschland sind inzwischen mehr als 1,9 Millionen Stellen ausgeschrieben. Zwei Drittel der Betriebe sp\u00fcren den Personalmangel. Bis zum Jahr 2025 werden voraussichtlich rund 2,9 Millionen Arbeitskr\u00e4fte am deutschen Arbeitsmarkt fehlen . Gegen 2031 wird die L\u00fccke mit 3,6 Millionen fehlenden Arbeitskr\u00e4ften voraussichtlich ihren H\u00f6hepunkt erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abhilfe durch Besch\u00e4ftigungschancen<\/h3>\n\n\n\n<p>Gegenl\u00e4ufige Trends und ein beherztes Gegensteuern k\u00f6nnten den tiefen Fall abmildern: Wenn sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessert, kehren M\u00fctter fr\u00fcher ins Arbeitsleben zur\u00fcck. Auch \u00e4ltere Menschen stehen dem Arbeitsmarkt schon heute immer l\u00e4nger zur Verf\u00fcgung \u2013 eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ist im politischen Diskurs l\u00e4ngst angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch den digitalen Wandel ver\u00e4ndern sich viele Jobprofile. Aufgaben werden automatisiert und der Fachkr\u00e4ftebedarf in bestimmten Bereichen reduziert. Gleichzeitig entstehen aber auch neue Arbeitspl\u00e4tze \u2013 in erster Linie f\u00fcr H\u00f6herqualifizierte. Welcher Effekt letztlich \u00fcberwiegen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer Verbesserung der Besch\u00e4ftigungschancen gilt es in Zukunft mehr Arbeitnehmer:innen im best\u00e4ndigen Arbeitsprozess zu halten als heute. Daf\u00fcr braucht es eine gr\u00f6\u00dfere Durchl\u00e4ssigkeit zwischen Fachrichtungen und Berufen. Lebenslanges Lernen gilt es zu f\u00f6rdern und zu fordern.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zuwanderung gezielt gestalten<\/h3>\n\n\n\n<p>Um den Personalmangel zu lindern, wird h\u00e4ufig die Zuwanderung von Fachkr\u00e4ften ins Spiel gebracht. Die gezielte Anwerbung von Personal f\u00fcr die am meisten ben\u00f6tigten Berufe kann durchaus ein probates Mittel sein, um die Effekte des Arbeitskr\u00e4ftemangels wenigstens etwas abzufedern.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Vergangenheit hat sich jedoch gezeigt, dass Versuche, den Arbeitskr\u00e4ftemangel durch Zuwanderung auszugleichen, nur begrenzten Erfolg versprechen. Durch den demografischen Wandel sinkt die Zahl der Menschen im typischen Berufsalter in Deutschland pro Jahr um fast 150.000. Um diese Entwicklung auszugleichen br\u00e4uchte es etwa 400.000 Zuwanderer pro Jahr \u2013 und damit deutlich mehr als es derzeit der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt, dass in den meisten L\u00e4ndern Fachkr\u00e4fte f\u00fcr die gleichen, n\u00e4mlich f\u00fcr die am meisten ben\u00f6tigten Berufe knapp sind. Dennoch k\u00f6nnen mobile Arbeitskr\u00e4fte insbesondere in Grenzregionen dazu beitragen, diesen Bedarf zu decken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Und was k\u00f6nnen wir dagegen tun? Das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) konstatiert: Zum Ende des zweiten Quartals 2022 waren in Deutschland mehr als 1,9 Millionen Stellen nicht besetzt \u2013 so viele wie noch nie. In fast allen Branchen ist der Personalbedarf gestiegen. Ob in Restaurants, am Flughafen oder im Krankenhaus \u2013 einfach [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3135,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3127","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-skr-insights"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3127"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3127\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4256,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3127\/revisions\/4256"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}