{"id":4267,"date":"2025-07-23T10:24:37","date_gmt":"2025-07-23T10:24:37","guid":{"rendered":"https:\/\/skr.cloud16.webhome.at\/2025\/07\/23\/im-wettbewerb-um-den-kunden-wie-plattformen-und-haendler-die-paketlogistik-herausfordern\/"},"modified":"2025-10-22T11:44:25","modified_gmt":"2025-10-22T11:44:25","slug":"im-wettbewerb-um-den-kunden-wie-plattformen-und-haendler-die-paketlogistik-herausfordern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/2025\/07\/23\/im-wettbewerb-um-den-kunden-wie-plattformen-und-haendler-die-paketlogistik-herausfordern\/","title":{"rendered":"Im Wettbewerb um den Kunden: Wie Plattformen und H\u00e4ndler die Paketlogistik herausfordern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Digitale Plattformen, neue Player auf der letzten Meile und immer mehr H\u00e4ndler mit eigener Zustelllogistik \u2013 geraten klassische Paketdienste zunehmend ins Abseits? W\u00e4hrend E-Commerce-Mengen weiter steigen, schrumpfen Margen, Kundenzugang und strategischer Handlungsspielraum. Wer als Paketdienst \u00fcberleben will, braucht mehr als Menge. Gefragt sind Fokus, Effizienz und eine klare strategische Positionierung.   <\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-accent-2-color has-text-color has-link-color wp-elements-8371d0cce4df980a354d589a530d6d3e\">Neue Player, neue Regeln<\/h3>\n\n\n\n<p>Digitale Plattformen wie sennder (USA) b\u00fcndeln Sendungsvolumen und positionieren sich als neue Schnittstelle zwischen H\u00e4ndler und Paketdienst. Gro\u00dfe Onlineh\u00e4ndler und Marktpl\u00e4tze wie Amazon bauen seit Jahren eigene Zustellnetze auf. Gleichzeitig beliefern Plattformen wie Temu und Shein den europ\u00e4ischen Markt \u2013 mit kleinen, leichten Paketen und unter Umgehung traditioneller Logistikketten.  <\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommen neue Anbieter im Quick Commerce. Getrieben vom Boom im Lebensmittel- und Einzelhandel setzen auch sie \u2013 wie die gesamte KEP-Branche \u2013 auf urbane Mikro-Hubs, E-Bikes und App-basierte Steuerung. Was heute noch Pizza oder Drogerieartikel ist, kann morgen schon Mode oder Unterhaltungselektronik sein. Die letzte Meile wird kleinteiliger, schneller, komplexer \u2013 und zunehmend vom Handel selbst organisiert. Unternehmen wie Rewe, IKEA, MediaMarkt oder Decathlon investieren in eigene Strukturen oder regionale Partnernetzwerke.    <\/p>\n\n\n\n<p>In den USA wird der letzte Teil der Lieferkette \u2013 die sogenannte \u201eFinal-Mile-Delivery\u201c \u2013 oft aus dem klassischen Logistikprozess herausgel\u00f6st, um Kosten zu sparen. Das bedeutet: Der Versender liefert nicht \u00fcber die klassischen Logistiksysteme, sondern bringt das Paket direkt zu einem lokalen Verteilungspunkt. Von dort \u00fcbernehmen Subunternehmer oder lokale Zustelldienste die Auslieferung an den Endkunden. In Deutschland und Europa wird dieses Modell bisher kaum eingesetzt, aber es ist nur eine Frage der Zeit. Sobald die Kosten f\u00fcr die klassischen Logistiknetzwerke \u00fcber die Produktpreise nicht mehr gerechtfertigt werden k\u00f6nnen, wird diese Art von Final-Mile-Delivery mit Sicherheit in den Fokus von gro\u00dfen Versendern geraten. Das wird eine Herausforderung f\u00fcr die klassischen Paketlogistiknetzwerke.     <\/p>\n\n\n\n<p>Paketdienste definieren ihre Marge \u00fcber die Logistikkosten \u2013 Onlineh\u00e4ndler \u00fcber die Produktkosten. In vielen Segmenten verlieren klassische Paketdienste den direkten Zugang zum Endkunden. Sie geraten unter wachsenden Preisdruck, die Qualit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t der Zustellung wird zunehmend vom Kunden bestimmt. Auf diese strukturelle Verschiebung m\u00fcssen klassische Paketdienste eine zukunftsorientierte strategische Antwort finden.   <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Masse statt Marge? Keine L\u00f6sung. <\/h3>\n\n\n\n<p>Der Paketmarkt ist l\u00e4ngst kein einheitlicher Wachstumsmarkt mehr. Nicht jede Sendungsmenge ist f\u00fcr den klassischen Paketdienst die richtige. Der E-Commerce produziert zwar Paketmengen, aber oft zu Preisen oder Anforderungen an die Logistik, die f\u00fcr klassische Anbieter nicht ausk\u00f6mmlich sind. Die Masse allein heilt nicht, entscheidend sind Fokus auf Systemkonformit\u00e4t, Effizienz und Qualit\u00e4t.   <\/p>\n\n\n\n<p>Profitables Gesch\u00e4ft liegt heute nach wie vor im B2B-Segment und im Premium-B2C-Segment \u2013 hier l\u00e4sst sich auch von den E-Commerce-Mengen profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im E-Commerce-Fulfillment sehen viele Paketdienste eine Chance, tiefer in die Wertsch\u00f6pfungskette einzusteigen \u2013 mit L\u00e4gern, Automatisierung und fokussierter Zustellung aus einer Hand. Das bietet eine Alternative zu gro\u00dfen Online-Marktpl\u00e4tzen vor allem f\u00fcr kleine und mittlere Onlineh\u00e4ndler. Doch der Fulfillment-Markt ist investitionsintensiv und margenschwach. Lagervertr\u00e4ge im Neubau laufen oft 15 bis 20 Jahre, Kunden binden sich aber in der Regel nur f\u00fcnf Jahre oder noch k\u00fcrzer.   <\/p>\n\n\n\n<p>Ein klassischer Paketdienst verf\u00fcgt nicht \u00fcber das notwendige Know-how und das auf Fulfillment spezialisierte Management, um Kontraktlogistik profitabel zu bedienen. Erfolgreiche Modelle setzen auf den Zukauf spezialisierter Unternehmen mit eigenem Management, eigener Struktur und langfristiger Strategie. Fulfillment sollte daher als eigenst\u00e4ndige Einheit betrachtet werden \u2013 mit einer klaren Trennung zum klassischen Paketgesch\u00e4ft.  <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fokussieren statt diversifizieren<\/h3>\n\n\n\n<p>Statt um Mengenkampf und Diversifikation geht es um strategische Klarheit. Das bedeutet in der Paketlogistik: Konzentration auf das Kerngesch\u00e4ft. Profitabilit\u00e4t entsteht bei ausk\u00f6mmlichen Preisen nur durch effiziente Zustellnetze, in denen die Sortierung automatisiert l\u00e4uft, die Routen optimiert sind und die letzte Meile gut ausgelastet ist.  <\/p>\n\n\n\n<p>Paketstationen oder Paketk\u00e4sten erm\u00f6glichen geb\u00fcndelte Zustellungen, reduzieren Kosten und verbessern die Effizienz, sofern die Auslastung hoch genug ist. Interessante B2B-Versandl\u00f6sungen und Zusatzservices wie Express k\u00f6nnen sinnvoll sein, um Gesch\u00e4ftskunden mit h\u00f6herem Umsatzpotenzial zu gewinnen. Besondere Kundenbed\u00fcrfnisse zu bedienen bedingt jedoch Servicezuschl\u00e4ge, denn sie passen in der Regel nicht in die ausgefeilten Netze der klassischen Paketdienste.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Einbettung eines Paketdienstes in einen gr\u00f6\u00dferen Logistikkonzern kann Chancen bieten. Wirtschaftliche Eigenst\u00e4ndigkeit und strategische Klarheit m\u00fcssen aber gegeben sein. Denn fehlende Fokussierung kann zu Fehlsteuerungen f\u00fchren. Interne Verrechnungsmodelle erschweren dabei h\u00e4ufig die objektive Bewertung von Profitabilit\u00e4t. Realistische Zielsetzungen und die F\u00e4higkeit zur operativen Trennung einzelner Gesch\u00e4ftsfelder ist zwingend erforderlich, um klare Beurteilungen zu erm\u00f6glichen.    <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das neue Spielfeld meistern<\/h3>\n\n\n\n<p>Angesichts des ver\u00e4nderten logistischen Spielfeldes, auf dem sich zunehmend neue wie alte Anbieter aus dem Digital Commerce positionieren, m\u00fcssen die klassischen Paketdienste das tun, was sie am besten k\u00f6nnen: zuverl\u00e4ssig zustellen, ihre Netze effizient steuern, digitale Services und L\u00f6sungen mit echtem Mehrwert anbieten. So ist den Kunden am besten gedient. Zusatzleistungen sollten nur dann erbracht werden, wenn sie betriebswirtschaftlich und operativ tragf\u00e4hig sind und zur Kernkompetenz passen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Wachstumspotenzial liegt im Paketmarkt selbst. Der Wandel vom station\u00e4ren Handel hin zum E-Commerce sorgt f\u00fcr stabile Zuw\u00e4chse von f\u00fcnf bis sieben Prozent j\u00e4hrlich. Zudem wandern kleinere Sendungen zunehmend vom St\u00fcckgut ins Paketsegment.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Herausforderungen f\u00fcr die Paketdienste sind gro\u00df \u2013 die Chancen aber ebenso.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Plattformen, neue Player auf der letzten Meile und immer mehr H\u00e4ndler mit eigener Zustelllogistik \u2013 geraten klassische Paketdienste zunehmend ins Abseits? W\u00e4hrend E-Commerce-Mengen weiter steigen, schrumpfen Margen, Kundenzugang und strategischer Handlungsspielraum. Wer als Paketdienst \u00fcberleben will, braucht mehr als Menge. 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