{"id":5615,"date":"2026-06-09T07:10:21","date_gmt":"2026-06-09T07:10:21","guid":{"rendered":"https:\/\/skr-ag.com\/?p=5615"},"modified":"2026-06-09T07:10:23","modified_gmt":"2026-06-09T07:10:23","slug":"eu-kippt-zollfreigrenze-paketsendungen-suchen-sich-neue-wege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skr-ag.com\/de\/2026\/06\/09\/eu-kippt-zollfreigrenze-paketsendungen-suchen-sich-neue-wege\/","title":{"rendered":"EU kippt Zollfreigrenze \u2013 Paketsendungen suchen sich neue Wege"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong>F\u00fcr Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten gilt ab dem 1. Juli 2026 eine pauschale Zollabgabe von drei Euro je Warenkategorie \u2013 die bisherige Freigrenze von 150 Euro entf\u00e4llt. Die operativen Auswirkungen zeichnen sich bereits deutlich ab. \u201eDie Reform wird das Sendungsaufkommen nicht verringern\u201c, erkl\u00e4rt Rico Back, Managing Partner der SKR Beteiligungs AG. \u201eSie verschiebt vielmehr die Strukturen der Logistik und Abwicklung \u2013 und hebt den Wettbewerb auf ein neues Niveau.\u201c   <\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-accent-2-color has-text-color has-link-color wp-elements-3ef85f8a4165a622201ffc535c43043a\"><strong><strong><strong><strong><strong>Direktversand verliert an wirtschaftlicher Attraktivit\u00e4t<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den neuen EU-Regeln wird die Drei-Euro-Zollabgabe pro Tarifposition und nicht pro Paket erhoben. Ein Paket mit zwei unterschiedlichen Produktkategorien \u2013 etwa einer Handyh\u00fclle und einem Ladekabel \u2013 wird entsprechend mehrfach belastet. Gemischte Bestellungen f\u00fchren so zu \u00fcberproportional steigenden Kosten. Zus\u00e4tzlich zur Zollabgabe plant die EU die Einf\u00fchrung einer pauschalen Bearbeitungsgeb\u00fchr von rund zwei Euro pro importierter Sendung, unabh\u00e4ngig vom Warenwert.   <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie zus\u00e4tzlichen Zollabgaben und Geb\u00fchren ver\u00e4ndern nicht den grunds\u00e4tzlichen Preisunterschied zwischen Direktimporten aus China und europ\u00e4ischer Ware\u201c, sagt Rico Back. \u201eEinzelversand wird aber unattraktiver, w\u00e4hrend geb\u00fcndelte Warenstr\u00f6me \u2013 etwa \u00fcber den Import gr\u00f6\u00dferer Mengen in EU-Lager mit anschlie\u00dfender Distribution innerhalb Europas \u2013 an Bedeutung gewinnen.\u201c <\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-accent-2-color has-text-color has-link-color wp-elements-07e5fdb56bcb8422245758e0a5ab5f87\"><strong><strong><strong><strong><strong>Logistikkapazit\u00e4ten entscheiden \u00fcber die Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den Ver\u00e4nderungen betroffen sind alle Anbieter aus Nicht-EU-L\u00e4ndern. Wer seine Logistik jedoch effizient anpassen kann, ist klar im Vorteil. Gro\u00dfe Plattformen sind in der Lage, regulatorische \u00c4nderungen schneller umzusetzen, ihre Netzwerke flexibler zu steuern und gezielt zu investieren. Kleinere Anbieter stehen unter dem gleichen Druck, haben aber oft nicht die M\u00f6glichkeiten, so schnell und effizient zu reagieren.   <\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong><strong><strong><strong>Plattformen passen sich bereits an<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Hoffnung, den Wettbewerb aus Fernost auszubremsen, wird sich nicht erf\u00fcllen\u201c, sagt Rico Back. \u201eDie Warenstr\u00f6me verschwinden nicht, sie organisieren sich neu.\u201c <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Plattformen wie Temu oder Shein haben bereits begonnen, ihre Logistikmodelle anzupassen. Statt einzelne Sendungen direkt aus China zu verschicken, verlagern sie Waren zunehmend in europ\u00e4ische Distributionszentren und bedienen Kunden von dort aus. Das reduziert die Komplexit\u00e4t in der Abwicklung und verk\u00fcrzt die Lieferzeiten.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Verlagerung hin zu EU-naher Distribution wird sich ab Sommer noch deutlich beschleunigen\u201c, so Rico Back. \u201eWarenstr\u00f6me folgen immer der effizientesten Logistikstruktur \u2013 und diese Struktur verschiebt sich gerade.\u201c <\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Wettbewerb versch\u00e4rft sich angesichts neuer Kostenstrukturen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen Regelungen ver\u00e4ndern die Kostenstruktur im grenz\u00fcberschreitenden Handel sp\u00fcrbar. Gleichzeitig verlagern sie zentrale Teile der Abwicklung nach vorn in die Lieferkette: Plattformen und H\u00e4ndler m\u00fcssen Zoll- und Steuerprozesse st\u00e4rker vorab integrieren, um Geschwindigkeit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Planbarkeit im Versand aufrechtzuerhalten. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Versandmodelle aus China, bei denen direkt an den Verbraucher geliefert wird, geraten zunehmend unter Druck \u2013 insbesondere bei Produkten mit geringen Gewinnspannen und bei Anbietern mit manuellen Zollprozessen. Dagegen profitieren Anbieter, die ihre Waren fr\u00fchzeitig in die EU bringen und dort lagern, von geringeren St\u00fcckkosten und zuverl\u00e4ssigeren Abl\u00e4ufen. <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Wettbewerb wird nicht durch Regulierung entschieden, sondern durch die F\u00e4higkeit, Lieferketten schnell und effizient neu zu konfigurieren\u201c, res\u00fcmiert Rico Back. \u201eWer seine Strukturen im Griff hat, bleibt wettbewerbsf\u00e4hig \u2013 auch unter neuen Rahmenbedingungen.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten gilt ab dem 1. Juli 2026 eine pauschale Zollabgabe von drei Euro je Warenkategorie \u2013 die bisherige Freigrenze von 150 Euro entf\u00e4llt. 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